Die Nacht war kurz. Als ich wieder wach wurde, war ich voll verplant und die Nachtschwester war schon wieder da. Sie fragte mich, ob ich zur Toilette möchte, half mir und ich ging ins Bad. Das Krankenhaus ist Nachts beleuchtet und das Dämmerlicht liess vermuten, es sei bereits halb 7 oder so. Ich bat also um meine Zahnbürste und als ich fertig war sagte die Schwester: “Versuchen Sie noch ein bißchen zu schlafen. Es ist gleich erst 5 Uhr!”
UAAAAAAAAAAAAAH!!!!!
Als es dann richtig MORGENS war, bekamen wir Frühstück und der Doc kam zur Visite. Es tut echt weh, wenn jemand mit einer Metallschere über einen angeschwollenen Fuss fährt. Und ich weiß, dass er auf die Wunde drücken musste um zu gucken, ob da was raus kommt (so gelber Ei…ach ihr wisst schon, was ich meine). Aber ich krallte mich nur an das Dreieck über meinem Kopf und war froh, als er mir den Fuss wieder einpackte und sagte, dass ich nach Hause darf! Endlich!
Die Physio war schon bei meiner Bettnachbarin und so rief ich Jörn an und bat ihn, mich zu holen. Vom Nachbarbett kam die Physio zu mir und wir machten etwas Lauftraining. Mit 10 kg darf und soll ich meinen Fuss in den nächsten 4 Wochen belasten. Wieviel das ist, zeigte sie mir mit einer analogen Körperwaage. 10kg schaffte ich nach dem Akt mit dem Doc allerdings nicht. Die Schmerzen waren groß und die Nerven machten aus mir einen weinenden Jammerlappen. Ich war kein Held – gar nicht!
Zum Schluss wickelte sie den Fuss wieder aus der Gipsschiene und ich musste meinen neuen Schuh anziehen. Ein wirklich hübsches Modell *klick* Sehr ungewohnt, aber auch damit ging’s. Sie ermahnte mich, täglich zu üben (und das mache ich auch) und dann durfte ich gehen.
Seit dem liege ich auf dem Sofa und immer, wenn ich zur Toilette gehe oder zum Essen in die Küche, dann trainiere ich und stelle meinen Fuss auf. Es kostet Überwindung, aber es wird.
Jörn kümmert sich rührend um mich, die Kinder – um alles, was so anliegt und Dank der Hilfe von meinem Schwiegervater können die Kinder auch einen Großteil der Termine wahrnehmen. Sehr schön, oder?
Als ich Mittwoch zu Hause war, habe ich als erstes einen Termin in der Alten Apotheke gemacht, damit die Weiterbehandlung gesichert ist. Dann rief Paul an und sagte, dass seine letzte Stunde ausgefallen ist und er abgeholt werden möchte. Schade, ich hätte ihn gern überrascht damit, dass ich zu Hause bin *seufz*
Nachmittags musste er noch mal in die Schule für den Musikschulunterricht und von da haben ihn dann meine Schwiegereltern abgeholt. Sie sind mit ihm zum Bäcker gefahren und haben jede Menge Kuchen gekauft. Hier bei uns haben wir dann Kaffee getrunken und Pauls Geburtstag gefeiert. Es war ganz anders als sonst aber wunderbar!
Er sagte Abends, dass er einen tollen Geburtstag hatte. 10 Jahre ist er jetzt alt und ein großer, ganz toller Junge! Ich bin stolz! Auf ihn, die beiden anderen Jungs, aber vor allen Dingen auf meinen Mann!
Lieben heißt, immer alles für den anderen zu geben. Geliebt zu werden heißt, all das zurück zu bekommen. Ein tolles Gefühl!
Meine tolle Familie! Ohne die wäre es für mich sicher nicht so einfach, hier auf dem Sofa zu liegen und einfach den Fuss heilen zu lassen. Meine Mutter, die kommt, kocht, mein neues Auto angemeldet hat. Mein Vater – immer ein offenes Ohr und beruhigende Worte. Meine Schwiegereltern, die Jörn bei allem helfen und unterstützen! DANKE!