Was habe ich mich vor dem Termin gegruselt. Mein absolut noch nie am Computer gewesenes Kind soll via PC zeigen, dass er sprachlich kompetent ist und versteht, was man von ihm will. Klingt sooo gruselig, wenn man es hört.
Aber heute war ja nun der Termin. Max ist schon mit megaschlechter Laune in den Kindergarten gegangen und mein blödes Gefühl wurde dadurch natürlich nicht besser. Ich konnte als Fahrdienst ja nun wenigstens dabei sein (normal nur 1-2 Erzieher, aber die Schule wo es statt findet ist hier nicht um die Ecke) – die Mütter der anderen Kindergartenkinder nicht
Mit 5 Kindern sind wir dann los und haben Schule und Prüfungsraum auch gut gefunden.
Positiv überrascht hat mich, dass alle Kinder auf einmal getestet wurden. Ich hatte schon befürchtet, die 4 wartenden Kinder auf dem Flur ruhig halten zu müssen während immer nur ein Prüfling rein darf.
Sehr positiv fand ich auch, dass es nicht die geliebte Ärztin der Schuluntersuchung ist, die die Prüfung durchführt. Es haben 2 junge Leute gemacht, die in einem anderen Stadtteil eine Schulausbildung zu einer Pädagogischen Fachkraft machen. Total lieb, verständnisvoll (auch für die Mutti im Löwenkostüm *g*) und gutmütig mit den Kindern.
Nicht so gut gefallen hat mir die Erzählung , dass die Verantwortliche für den Test an Bremer Schulen eben diese Personen massiv unter Druck gesetzt hat und sogar mit Konsequenzen gedroht hatte, wenn sie die Durchführung des Testes an den Schulen in Bremen verweigern. Immerhin müssen sie via Bus und Bahn das komplette Stadtgebiet anfahren und bekommen (nebst Fahrticket nur eine Pauschale von 5 Euro dafür —- irgendwann später dann mal).
Mißfallen hat mir, dass sich Max scheinbar sehr unter Druck gesetzt gefühlt hat (obwohl alles wirklich entspannt zugegangen ist und er in Ruhe und konzentriert “seine Aufgaben” erledigte). Es lief ja wirklich gut und als wir rausgingen, hatte ich ein fröhliches Kind an meiner Hand. Aber nachhaltig muss ihn der Test sehr beschäftigt haben. Heute beim Abendbrot war er ganz geknickt und sagte mir, dass er wohl doch Fehler gemacht hat. Als ob er den Test noch mal vor seinem geistigen Auge hatte und sich bei der einen oder anderen Aufgabe nicht mehr sicher war die richtige Lösung angekreuzt zu haben.
Ob so ein Druck für ein Kind wirklich gut ist, lasse ich mal dahin gestellt sein.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es diverse Haushalte gibt die eine Benachrichtigung vom Senat bekommen, dass ihr Kind einen gewissen Förderbedarf hat. Allein schon deswegen, weil es doch eine große Anzahl von Kindern gibt, die in dem Alter noch keinen Kontakt zum PC haben (zum Beispiel die Kinder der doch sonst sehr interaktiven Seemänner). Ausserdem dauert der Test geschlagene 45 Minuten – mit Pausen auch länger – und ist somit min. 15 Minuten länger, als die empfohlene Dauer des TV-Konsums eines Kindes in dem Alterm am Tag.